Warum Bremen? Wie die Gastgeberstadt bestimmt wird
Die zentrale Feier zum Tag der Deutschen Einheit wandert jedes Jahr in ein anderes Land. Dahinter steckt keine Bewerbung, sondern eine Regel aus dem Jahr 1950 — und Bremen ist schon zum zweiten Mal dran.
Wer das Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit ausrichtet, entscheidet kein Wettbewerb. Gastgeber ist immer das Land, das gerade den Vorsitz im Bundesrat führt. Und dieser Vorsitz wechselt jedes Jahr am 1. November nach einer festen Reihenfolge.
Die Königsteiner Vereinbarung
Die Reihenfolge stammt aus der Königsteiner Vereinbarung von 1950: Die Länder übernehmen die Präsidentschaft des Bundesrats nacheinander, absteigend nach ihrer Einwohnerzahl. Nach Nordrhein-Westfalen kommt Bayern, dann Baden-Württemberg, und ganz am Ende der Runde das kleinste Land: Bremen. Nach dem Saarland, das 2025 in Saarbrücken feierte, beginnt mit Bremen 2026 die Runde von vorn.
Bundesratspräsident als Gastgeber
Mit dem Vorsitz übernimmt der Regierungschef des Landes für ein Jahr das Amt des Bundesratspräsidenten — und lädt am 3. Oktober zum Festakt ein. Für Bremen ist das Bürgermeister Andreas Bovenschulte, dessen Präsidentschaft von November 2025 bis Oktober 2026 läuft. Der Festakt mit Bundespräsident, Bundeskanzler und den Spitzen der Verfassungsorgane ist der offizielle Kern des Tages; das Bürgerfest drumherum ist die Einladung an alle.
Bremen zum zweiten Mal
Bremen war schon einmal Gastgeber: 2010, zum 20. Jahrestag der Einheit, feierte die Hansestadt an der Weser. Damals wie heute liegt das Festgelände in der Innenstadt und am Fluss. 2026 reicht es vom Domshof über die Schlachte und den Osterdeich bis zum Weserstadion — mehr dazu in unserem Rückblick auf 2010 und auf der Übersicht zum Fest 2026.
Der Reihe nach
- 2023: Hamburg
- 2024: Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern)
- 2025: Saarbrücken (Saarland)
- 2026: Bremen
- 2027: Nordrhein-Westfalen führt den Vorsitz — Ort und Motto werden vom Land bekannt gegeben.